Rauchen - globale Bedrohung der Weltgesundheit

Es wird geschätzt, dass ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung, das sind 1,1 Milliarden Menschen, regelmäßig raucht. Der Anteil der Raucher in der Bundesrepublik beträgt bei den Männern 43%, bei den Frauen 30%.

Hochgerchnet sind 17,8 Mio. Menschen Raucher und Raucherinnen, davon konsumieren 6,7 Mio. mehr als 20 Zigaretten pro Tag. Weltweit sind 47% aller Männer Raucher und 12% aller Frauen Raucherinnen. In den Entwicklungsländern rauchen 48% der Männer und 7% der Frauen, während in den Industrieländern 42% der Männer und 24% der Frauen rauchen.

Männer rauchen mehr als Frauen, jedoch steigt das Rauchverhalten der Frauen an. Jedes Jahr verursacht das Rauchen weltweit 3,5 Millionen Todesfälle. Dies sind 10 000 Tote jeden Tag. Eine Million dieser Todesfälle ist gegenwärtig in den Entwicklungsländern zu beklagen.

Im Jahre 2020 wird der Tabakkonsum weltweit die wichtigste vermeidbare Ursache für Tod und Krankheiten sein; er wird 10 Millionen Menschen töten, davon allein in China 2 Millionen. Das entspricht mehr Todesfällen, als durch HIV, Tuberkulose, Geburtssterblichkeit, Verkehrsunfälle, Selbstmord und Mord zu erwarten sind.

Tabakrauch enthält mehr als 4000 Chemikalien, darunter über 40 krebserzeugende Substanzen und zahlreiche giftige Stoffe. Mehr als 25 Krankheiten und Todes-ursachen sind unter anderem auf die Wirkung dieser Substanzen zurückzuführen, darunter:

  • Kurzatmigkeit und Verstärkung von Asthma
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Erhöhte Herzfrequenz und erhöhte Blutdruckwerte
  • Impotenz und Unfruchtbarkeit
  • Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Lungenkrebs und andere Krebsarten (Kehlkopf, Mundhöhle, Rachen, ...)
  • Chronische obstruktive Atemwegserkrankung (chronische Bronchitis und Emphysem)
Aber auch Nichtraucher, die häufig Tabakrauch in der Raumluft ausgesetzt sind, leiden unter Folgeschäden. Passivrauchen beeinträchtigt das Wohlbefinden, ruft bei Kindern und Erwachsenen Krankheiten der Atemwege hervor, beschleunigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verursacht Lungenkrebs. Tabakrauch ist mit Abstand der bedeutendste und gefährlichste Innenraumschadstoff.

Rauchen macht abhängig.

Bereits im Jahre 1998 hat der amerikanische Gesundheitsminister erklärt, dass "Zigaretten und andere Arten des Tabakkonsums suchterzeugend sind. Der Konsum findet regelmäßig und zwingend statt."
Nikotin hat ähnliche Auswirkungen auf die Dopaminausschüttung im Gehirn wie Heroin, Amphetamine und Kokain. In einer Rangreihe des Suchtpotentials wurde Nikotin stärker eingestuft als Heroin, Kokain, Alkohol, Coffein oder Marihuana.

"Light" -und "Mild"-Zigaretten stellen keine gesündere Alternative dar. Die Bezeichnungen sind irreführend, da man der Ansicht ist, dass das Produkt gesünder ist, als die normalen Zigaretten. Tatsache ist aber, dass Zigaretten mit niedrigen Teer- und Nikotin-Werten keine oder nur minimale Vorteile im Vergleich zu normalen Zigaretten aufweisen. Weil das Rauchverhalten durch das Bedürfnis nach Nikotin gesteuert wird, passen Raucher die Inhalationsstärke und -menge an, um die erwünschte Nikotindosis aufzunehmen. Raucher können auch die Ventilationsporen am Filter mit den Fingern oder Lippen verschließen, um einen konzentrierten Rauch aufzunehmen. Die Folge ist, dass leichte Zigarettenmarken dem Raucher dieselbe Menge Nikotin und Teer liefern wie starke Zigarettenmarken. Außerdem enthalten Light- oder Mild-Zigaretten dieselben durch den Verbrennungsprozeß beim Rauchen entstehenden krebserzeugenden Substanzen.

Was haben Raucher zu erwarten, wenn sie mit dem Rauchen aufhören?

20 Minuten nach der letzten Zigarette gleicht sich die Herzschlagfrequenz und die Körpertemperatur derjenigen des Nichtrauchers an. Schon 8 Stunden nach der letzten Zigarette hat sich das Kohlenmonoxid in den Blutbahnen verflüchtigt und dem Sauerstoff Platz gemacht. Schon einen Tag nach dem Rauchstop wird das Herzinfarktrisiko kleiner.
Zwei Tage nach dem Rauchstop verfeinert sich der Geruchs- und Geschmackssinn, drei Tage nach der letzten Zigarette bessert sich die Atmung merklich.

Die Lungenkapazität kann sich nach 3 Monaten um bis zu 30% erhöhen!
Ein Jahr nach dem Rauchstop ist das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße nur noch halb so groß. Zwei Jahre nach dem Rauchstop ist das Lungenkrebsrisiko auf fast normale Werte abgesunken. 10 Jahre nach dem Rauchstop ist das Lungenkrebsrisiko fast gleich groß wie bei echten Nichtrauchern. 15 Jahre nach dem Rauchstop ist das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen so, als hätte man nie geraucht.

Rauchende Schwangere

Die Risiken des Rauchens in der Schwangerschaft für Mutter und Kind und die Gefahren des Passivrauchens im Säuglings- und Kinderalter verdienen besondere Beachtung. Rauchen ist wahrscheinlich die bedeutendste beeinflussbare Ursache für ungünstige Schwangerschaftsverläufe, Geburtskomplikationen und gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Neugeborenen in den USA und der Europäischen Union.

Folgen für ungeborene Kinder von rauchenden Müttern (und Vätern!)

Anstieg der Nikotinkonzentration im Blut des ungeborenen Kindes bereits 20 Minuten nach dem Rauchen oder Passivrauchen einer Zigarette mit der Folge einer schlechteren Durchblutung des Mutterkuchens und damit einer schlechteren Versorgung des Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen. Verlangsamtes Wachstum des ungeborenen Kindes - bis zu 500g weniger als normal!
  • Verdoppelung des Risikos von Frühgeburten
  • Zunahme des Risikos von Mißbildungen
  • Vermehrtes Auftreten von Eileiterschwangerschaften und Fehlgeburten
  • Verminderung des Intelligenzquotienten durch schlechtere Durchblutung des Gehirns ungeborener Kinder
  • Vermehrte Verhaltensstörungen und Hyperaktivität

Folgen für Kinder von Rauchern nach der Geburt

Auch nach der Geburt sind die Folgen des Passivsrauchens für Kinder dramatisch. Nikotin und andere Giftstoffe aus Zigaretten können über die Muttermilch oder mit der Atemluft vom Säugling aufgenommen werden.

Die Folgen sind:

  • Erhöhung der Infektanfälligkeit für Bronchitis, Lungen- und Mittelohrentzündungen
  • Verdopplung der Häufigkeit des Auftretens asthmatischer Beschwerden
  • Erhöhung des Risikos, am plötzlichen Säuglingstod zu sterben
  • Blutdruckerhöhung
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